#179 Wer bin ich und wer darf ich sein?

Shownotes

Nicolai Burchartz hat eine ungewöhnliche Perspektive aufs Leben. Er weiß wie man als Frau wahrgenommen wird und als Mann. Fast 17 Jahre lang lebte er im falschen Körper und wurde durch die Gesellschaft als "Frau" gesehen, aber richtig hat es sich für ihn nie angefühlt. Erst nach seiner Transformation zum jungen Erwachsenen und nachdem er einen Höllenritt über bürokratische und rechtliche Hürden überstanden hatte, durfte er auch offiziell sein, wer er immer schon war: Nicolai. Warum Nicolai trotzdem damit nicht gut sein lässt, sondern sich für die Rechte von Transmenschen einsetzt, was er Eltern rät, deren Kinder trans sein könnten und warum die Toilette ein viel komplizierterer Ort ist als viele denken, das hörst du in dieser Podcastfolge von "Mamalapapp".
(Mehr zu Nicolai Burchartz findest du unter www.nicolai-burchartz.de oder bei Insta @nicolaiburchartz. Infos für zum Thema "Transsexualität" gibt es u.a. unter www.trans-ident.de oder www.dgti.org)

Transkript anzeigen

00:00:06:

00:00:06: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Mama La Papp.

00:00:09: Heute freue ich mich sehr auf Nikolaj Burchatz, ich freu mich sehr dass wir Zeit gefunden haben Nikola und ich freue mich sehr das du deine spannende Geschichte mit uns teilen willst heute!

00:00:19: Ja vielen Dank für die Einladung, ich freue mich auch sehr dass ich heute hier sein darf.

00:00:23: Wie fangen wir an?

00:00:24: Magst Du von Deiner Kindheit

00:00:26: erzählen?

00:00:27: Oh von meiner Kindheit... Die war eigentlich ganz schön bis zur Pubertät und ab der Pubertäte wurde es schwierig Weil, und deshalb hast du mich ja auch heute eingeladen.

00:00:39: Ich ... als Kind, als Mädchen eingelesen wurde in dieser Welt.

00:00:43: Und das war als Kind kein Problem.

00:00:45: da hat Geschlecht für mich noch nicht so eine Rolle gespielt.

00:00:48: In der Pubertät hat sich das aber geändert.

00:00:50: Da hab ich gemerkt, oh, ich passe gar nicht in diese Welt.

00:00:53: Also irgendwas ist falsch.

00:00:55: Wie hast du das gemerkt?

00:00:58: Ja, das ist tatsächlich ne interessante Frage, weil erstens schon lange her.

00:01:03: Und zweitens ... würde ich sagen, fehlte mir halt auch das Bewusstsein für meine Situation.

00:01:08: Weil ich ja selber auch eine von den total unterinformierten Personen war.

00:01:12: Das heißt, ich habe nur gemerkt, irgendwas ist nicht richtig und mir ging es ab der Pubertät die so mit elf Jahren angefangen hat immer schlechter und schlechter, sodass sich als Teenager tatsächlich in einer ganz, ganz dunklen Zeit war.

00:01:25: Und es hat lange gedauert bis ich verstanden habe was das Problem ist weil ich selber nicht die Worte dafür hatte Kein hatte, wo ich das Gefühl hatte der Mensch ist wie ich und ich hatte kein Bild dafür wer ich bin.

00:01:39: Ich wusste nur so ist irgendwie falsch.

00:01:42: Dunkel Zeit meint also hast du auch unter Depressionen gelitten?

00:01:46: Hast Du versucht irgendwie Auswege zu finden aber es nicht geschafft?

00:01:49: oder hast Du versucht dich Menschen anzuvertrauen Und keinen gefunden der da mal vielleicht auch einen guten Satz sagt und wo Du weißt ach deswegen könnte Es sein ich fühle mich gar nicht richtig in meinem

00:01:59: Körper.

00:02:00: Also ich habe Definitiv Depressionen gehabt, ich habe auch suizidale Gedanken gehabt und das ist auch kurz davor gewesen.

00:02:08: Ich hab' das nicht getan weil ich zum Glück immer Menschen hatte die für mich da waren, die aber auch mit dem Thema völlig überfordert waren beziehungsweise ich habe das auch kaum jemandem erzählt, weil wie gesagt ich hatte selber keine Worte dafür.

00:02:22: Ich hatte zwei Freundinnen, mit denen ich irgendwann dann als mir das mehr bewusst war auch drüber sprechen konnte oder die auch für mich da waren.

00:02:30: Aber die haben natürlich genauso im Dunkeln getappt wie ich und Die Person die dann quasi den erlösenden Satz gesagt hat.

00:02:36: Das war tatsächlich an Therapeutin.

00:02:39: Bei der war ich mit siebzehn also echt schon eine lange lange Zeit wo es sehr schwer war Und bei der war sich mit sieben und der habe ich eine stunde lang erzählt erzählt erzählt Und am Ende meinte sie, so und jetzt glauben Sie, dass die trans sind.

00:02:56: Dann hab ich gedacht ... weil ich wusste gar nicht, dass es das gibt.

00:02:59: Ich wusste, dass irgendwie Männer die Frauen Kleidung tragen oder Dragqueens.

00:03:04: Aber dass es sowas wie Transmaskulonität gibt, das wusste ich tatsächlich nicht.

00:03:08: Aber sie hat diesen Satz gesagt und dachte, boah ja scheiße, stimmt!

00:03:12: Und sie hat dann noch einen weiteren erlösenden Satz gesagt nämlich... Es gibt für sie Möglichkeiten.

00:03:18: Sie müssen nicht so weiterleben, wie sie das bis jetzt gemacht haben.

00:03:22: Es liegt an ihnen, sie können das selber wählen aber wir können den Weg zusammengehen und es gibt einen Weg für sie als Mann zu leben.

00:03:32: und dann war ich erstmal total geflasht bin da drei Monate nicht mehr hingegangen weil ich so fertig war.

00:03:40: Und nach den drei Monaten habe ich gedacht, so jetzt nehme ich das in Angriff und die Person.

00:03:44: Also diese Therapeutin hat mich dann da auch durch begleitet.

00:03:46: Durch einen damals sehr schwierigen Weg noch.

00:03:50: Wie gut dass sie das auch noch direkt angeboten hat?

00:03:52: Also einmal die Erkenntnis hat sie dir geboten und dann auch noch es muss nicht so bleiben.

00:03:57: Es kann sich... darf sich verändern wenn du bereit bist.

00:04:00: Genau!

00:04:00: Das war der entscheidende Satz weil es gab vorher für mich Keine Zukunft, ich hab nichts gesehen.

00:04:06: Weil alles was ich mir vorgestellt habe war halt ... Ich möchte Musiker werden und Schauspieler werden.

00:04:12: Aber natürlich nicht Schausspielerin, nicht Musikerin, das hab ich nicht gesehen oder gefühlt.

00:04:16: Das heißt für mich als Teenager, als Kind gab's keine Lebensperspektive.

00:04:23: Ich hatte keine Träume aber in denen habe ich nicht stattgefunden.

00:04:29: Boah, das stell' ich mir... Das kann mir gar nicht vorstellen.

00:04:32: Also das stelle ich mir so düster vor, dass das beängstigt mich wenn du das erzählst.

00:04:36: also wenn man als auch gerade als junger Mensch sich das nicht vorstellen kann und gerade in dieser Phase hat man ja... Ich möchte das und das werden und es sind vielleicht auch verrückte Gedanken und man stellt sich vielleicht wirklich vor man steht irgendwie auf einer Bühne oder auf eine Verleihung oder sowas und performt da und dass das nicht möglich war weil du nicht wusstest wie?

00:04:52: Weil klar warum auch wie auch.

00:04:55: Also, es war noch nicht mal so dass ich nicht wusste wie sondern ich wusste gar nicht das.

00:04:59: also es gab kein es gab Ich war ne Lehrstelle.

00:05:02: In meinem Leben gab's eine Lehrstell und das war ich, ich hab das natürlich ... Man geht ja automatisch durch sein Leben.

00:05:08: Man macht halt was man machen muss!

00:05:11: Und mich gab es aber nicht darin.

00:05:13: Das heißt, dass machts auch sehr schwer für Beziehungen, für Freundschaften.

00:05:17: Weil Freundschaft in Beziehung kannst du nur pflegen wenn du selber auch weißt wer du bist oder dich spürst.

00:05:22: Dann kannst du lieben dann kannst du Freundschaft führen.

00:05:25: Es ist sehr schwer, wenn du einfach nicht existierst nicht existiert.

00:05:31: Es gab so eine kleine Ecke in meinem Kopf, in der ich mir Identitäten ausgedacht habe wer ich sein könnte aber das war auch nicht verbunden mit der Person die ich in diesem realen Leben war

00:05:43: also dich nach drei Monaten quasi ja selbstfindung entschlossen hattest okay?

00:05:51: Ich trau mich weil das ist ein krasser Schritt was es dann passiert.

00:05:58: Also erst mal habe ich mich von der Therapeuten informieren lassen, was sind überhaupt die Schritte?

00:06:03: Was muss ich überhaupt tun?

00:06:05: Das war extrem überfordert.

00:06:07: Weil man muss sich halt vorstellen, ich war siebzehn und dann achtzehn, neunzehnt, zwanzig, einzwanzig bis das Ganze so abgeschlossen war.

00:06:13: Es dauerte ja ein paar Jahre Und Ich habe tatsächlich sehr wenige Erinnerungen an die Zeit weil dass einen... Ich hab das Gefühl, ich bin auf Autopilot und hab halt das gemacht, was ich machen musste.

00:06:26: und jetzt als fast fünfzigjähriger erwachsener Mann denke ich auch, wie krass.

00:06:33: Weil wenn ich jetzt Teenager sehe junge Frauen, junge Männer, jungen nonbinäre Personen dann denke Mensch die sind jetzt achtzehn neunzehnt und in der Zeit habe ich diesen Weg bin ich diesen weggegangen mit Ärztinnen, mit Gericht, mit Gutachten.

00:06:50: das hat mich eigentlich alles total überfordert Aber ich hab's geschafft, aber es ist wirklich ein ziemlicher Wust in meinem Kopf.

00:06:57: Hattest du jemanden der die an der Seite stand außer der Therapeutin?

00:07:03: Ich sag mal so meine Eltern haben ihr Bestes getan, waren aber selber sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt, mit dem Leben und den Herausforderungen.

00:07:14: also meine Mutter hat mich sehr supportet war da als Ansprechpartnerinnen konnte mir aber nicht helfen, was die ganzen rechtlichen Verwaltungs- krankenkassensachen gibt.

00:07:24: Also das habe ich alleine gemacht.

00:07:26: Das ist ja... also jetzt zum... zu dem Schritt Ich transformiere mich kommt noch ein unglaublicher bürokratischer Sprüfungen wahrscheinlich, Wust-Anträge mit Bürokraten sprechen.

00:07:43: Keine Ahnung vielleicht verstehen die gar nicht was da passieren soll weil du hast auch gesagt Gericht also das muss offiziell wirst du ein anderer Mensch in Deutschland dann quasi?

00:07:51: Genau

00:07:52: das war damals so und es war eine Zeit wo das TSG, also das Transsektualgesetz noch in der heftigen Form bestand Und da musste man quasi für die Namensänderung und für die Personenstandsänderungen, musste man unterschiedliche Bedingungen erfüllen.

00:08:08: Das war mit sehr viel Aufwand verbunden – mit Gutachten verbunden, mit Geld verbunden!

00:08:14: Wer entschieden hat, war dann letztendlich bei mir ein Richter der zu mir auch gesagt hat als ich dabei war, sie sehen ja gar nicht aus wie eine Frau.

00:08:21: Ich denke so Ja das ist ja mein Problem, das würde ich gerne ändern.

00:08:25: deshalb sitze ich hier.

00:08:29: Man hat viel mit ... macht die ganze Zeit mit Menschen zu tun, die darüber entscheiden wer du bist.

00:08:36: Oder

00:08:37: wer du sein darfst?

00:08:38: Die haben das in der Hand, ob du überlebst oder nicht.

00:08:41: und das ist was ich finde, dass darf eigentlich nicht sein.

00:08:44: Und das ist jetzt zumindest mit dem Selbstbestimmungsgesetz ein bisschen anders geworden und damals war das sehr heftig.

00:08:54: Ja, und ich habe das alles unhinterfragt gemacht.

00:08:57: Wenn ich das zum Beispiel jetzt heute... Also es gibt ja viele die ihre Transition später erst beginnen.

00:09:04: Heute hätte ich auch mehr Lebenserfahrung und würde da anders dran gehen, würde mich anders informieren, würde anders hinterfragen, würde vielleicht also Sachen nicht so einfach mitmachen wie ich das damals gemacht habe.

00:09:15: aber mit neunzehn zwanzig war ich dem sehr ausgeliefert.

00:09:21: Was war, gibt es einen Moment in dieser Zeit auch wenn du die als so eine Phase nicht mehr wirklich hast?

00:09:25: Weil sie auch ja der Übergang vom alten ins neue Leben ist sozusagen.

00:09:31: Hast Du aber einen Moment In dieser zeit wo du oder danach vielleicht kurz danach Wo du das Gefühl hattest jetzt bin ich richtig.

00:09:41: Also da gibt's ein paar steps Die mir dieses gefühl gegeben haben.

00:09:45: das erste war die erste test aus der ronspritze.

00:09:48: Das war wo ich dachte so jetzt gehts los Spürt

00:09:51: man das direkt?

00:09:52: Also ich weiß natürlich nicht was Einbildung ist.

00:09:56: Es ist definitiv ein emotionales Erlebnis und ich hatte schon auch das Gefühl, dass sich schnell etwas verändert hat.

00:10:06: Und auch das ist aber so, dass es wirklich ja schon sehr lange her ist bei mir.

00:10:10: Ich weiß nur, dass überhaupt dieser Moment dieser ersten Spritze.

00:10:14: Der war für mich eine Befreiung, weil ich wusste jetzt passiert was und es wird sich jetzt

00:10:17: ändern.".

00:10:18: Und dann gibt's halt so Schritte wenn sich der Körper verändert und man das erste mal mit T-Shirt draußen sein ohne irgendwas verstecken zu müssen war mega!

00:10:29: Das erste Mal im Schwimmbad zu sein... Also im Endeffekt sind das all die Momente die für andere selbst verständlich sind, die ich auch machen konnte Dieser ganzen anderen Leute, die da draußen rumlaufen.

00:10:42: Ich auch einfach einer von denen war, die darum laufen ohne die ganze Zeit Angst zu haben und entdeckt zu werden, komische Blicke zu bekommen, angegriffen zu werden... Das war tatsächlich sehr schön und davon gab es natürlich eine Reihe von Momenten.

00:11:00: Haben dich Freunde während dieser Zeit begleitet?

00:11:03: Gibt es Freunde, die dich noch als...?

00:11:06: junge Frau kannten und dann als Mann.

00:11:08: Oder wurden die Freunde danach einfach komplett anders?

00:11:11: Ich habe das gedacht, als ich diese Entscheidung getroffen habe.

00:11:15: dass ich die Angleichung mache war in meinem Kopf man muss sich wirklich dazu ja noch vorstellen es kein Internet gab und ganz ganz wenig Informationen d.h.

00:11:23: einfach die ganzen anderen wussten genauso wenig wie ich.

00:11:25: Und das einzige was alle wo überall sich alle einig waren ist eine Tragödie.

00:11:29: Es ist ganz schrecklich alles also.

00:11:31: es war so immer ganz ganz schlimm trans zu sein Und deshalb habe ich gedacht, okay, ich mach das jetzt.

00:11:36: Ich stehe zu mir und dann werde ich meine Familie und alle Freunde

00:11:39: verlieren.".

00:11:39: Das war so in meinem Kopf!

00:11:40: Das ist aber nicht passiert zum Glück also meine Familie hat tatsächlich geschlossen hinter mir gestanden auch wenn das natürlich für uns ein Prozess war der auch nicht ohne Kampf-und Tränen stattgefunden hat wo ich auch hoffe dass es heute anders sein kann.

00:11:55: Deshalb finde ich auch z.B.

00:11:56: solche Podcasts sehr wichtig weil es muss nicht Kampf und Träne sein und damals war die Gesellschaft aber so dass man's fast nicht hingekriegt hat ohne Und es gab lange Zeit noch Freundinnen, also diese von denen ich gerade eben auch schon gesprochen habe die in meinem Leben geblieben sind.

00:12:11: Ich hab jetzt keinen Kontakt mehr zu denen aber nicht weil das irgendwie deswegen auseinandergebrochen ist sondern weil wir uns unterschiedlich entwickelt haben.

00:12:18: und es gibt eine Person die kenne ich mittlerweile seit sieben vierzig Jahren.

00:12:24: Die war zwar zu der Zeit, wo ich die Transition gemacht habe.

00:12:27: Hat mir gerade keinen Kontakt aber wir haben hinter wieder Kontakt aufgenommen.

00:12:31: das heißt diese Person kennt mich wirklich seitdem ich zwei bin und kennt mich jetzt eben auch und es ist im übrigen kein Ding.

00:12:40: Es ist einfach so.

00:12:41: für diese Person bin ich halt Ich und sowie andere Freundinnen halt auch diese Freundin sind.

00:12:48: Du hast gerade erzählt, das Gespräch mit deiner Familie.

00:12:51: Was natürlich auch wahrscheinlich ... Wo man sehr nervös ist, das zu sagen einfach und mitzuteilen und dann zu gucken... Also du brauchst für den Schritt der Jahre dauert.

00:13:04: Transitionen wie du sagst.

00:13:05: Sehr viel Kraft!

00:13:07: Wenn du das deine Familie sagst und mit dem Gedanken vielleicht auch theoretisch gespielt hast die werden es nicht verstehen.

00:13:13: Dann nimmt dir das wieder Kraft.

00:13:14: Das ist ganz heftig und wichtig.

00:13:17: was?

00:13:18: Wie hat deine Familie reagiert und wie hätte man besser reagieren

00:13:22: können?

00:13:23: Also, wir haben eine sehr unterschiedlich reagiert.

00:13:25: Es waren auch sehr verschiedene Situationen in denen sie das erfahren haben und auch wie viel Vorgespräch schon also wie eng wir miteinander waren.

00:13:36: Das war für alle erst mal irritierend Und ich glaube für alle stand im Vordergrund dass die sich Sorgen um mich gemacht haben und dass sie dachten nicht rennen meinen Verderben.

00:13:45: Und als sie gemerkt haben, sowohl meine Eltern als auch mein Bruder, dass das nicht der Fall ist war ihn klar ja gut.

00:13:51: Wenn es ihm dann besser geht, dann ist doch das was wir wollen.

00:13:56: und das ist glaube ich so eine Angst denke ich, dass überhaupt Eltern oder Menschen die einen lieben diese Angst haben.

00:14:01: okay das Kind macht jetzt gerade etwas und das wird schlimm für dieses kind.

00:14:09: Was ich mir wünsche oder was ich mir vorgenommen habe auch, also ich hab zwar selber keine Kinder aber ich hab Patenkinder und viele Kinder in meinem Umfeld die ich aufwachsen gesehen habe.

00:14:18: Oder noch aufwachsen sehe ist immer so dass ich Den Kind das erstmal grundsätzlich das Gefühl geben möchte, dass alles was in ihm passiert Okay ist und es mit allem zu mir kommen kann Und dass ich halt sage, ja das was du brauchst.

00:14:34: Das was sagt mir was Du brauchst was Du möchtest Ich bin da für Dich und ich unterstütze Dich darin und vor allen Dingen Dass ich erstmal auch zuhöre und nicht Und meine eigenen Ängste mit Jemandem anders bespreche und Nicht Mit dem kind.

00:14:48: also dass sich merke okay das macht Mir selber Angst.

00:14:51: aber das kann ich jetzt nicht den Kind aufbürden, sondern dafür muss ich jetzt mit Freundinnen reden.

00:14:57: Da muss sich zur Therapie und das sozusagen zu trennen und zu gucken dass ich für das Kind da sein kann und Stabilität liefer und ihm auch wirklich sagen egal was du entscheidest Auch wenn du dich wieder umentscheidest oder wenn Du deinen Weg jetzt so gehst und später anders Es ist egal was Du da machst Ich bin halt da.

00:15:14: Das ist gesetzt

00:15:17: Als du dann Nikolai sein durftest.

00:15:20: Was hat sich in deinem Leben verändert?

00:15:21: Was ist mit den Träumen geworden, die du vorher nur bis zur Hälfte geträumt hast.

00:15:26: Sie sind tatsächlich alle wahr geworden!

00:15:27: Das überrascht mich immer wieder wenn ich so gucke denke boah alles was ich mir erträumte habe ist tatsächlich passiert.

00:15:34: also die großen träume waren halt ein berufliche träume und da war es.

00:15:39: zuerst stand Schauspieler ganz oben.

00:15:41: Ich hab sogar auch eine Prüfung gemacht aber vor meiner Transition und hatte sie auch noch vor.

00:15:45: mir habt das auch gesagt Und die haben dann auch finde ich sehr richtig gesagt machen sie erstmal das und kommen dann wieder.

00:15:51: Und als ich das gemacht hatte, habe ich auch gemerkt okay Schauspieler ist es gar nicht weil Schauspieler war so ein Weg in andere Rollen zu kommen Das hat mich über meine gesamte Schulzeit gerettet und irgendwann habe ich gemerkt ach guck mal ich muss gar nicht mehr... Ich will gar nicht mir Schausspielern!

00:16:04: Ich will ich sein.

00:16:05: auf die Bühne wollte ich trotzdem und Musik war eben tatsächlich auch die Nummer eins die mich da durchgebracht hat.

00:16:13: durch diese Zeit also ich hab immer Musik gemacht immer meiner eigenen Songs geschrieben Und deshalb war dann klar, ich möchte mit der Musik auf der Bühne stehen.

00:16:21: Ich möchte meine Songs singen und mich ausdrücken.

00:16:23: Und ich möchte das andere hören.

00:16:25: Und ... eventuell quasi auch so wie ein Song kann einen durch schlechte Zeiten oder gute Zeiten tragen.

00:16:32: Das war mein Wunsch.

00:16:33: Ja, es ist tatsächlich ja auch wahr geworden.

00:16:37: Menschen zu finden die ich liebe, die mich lieben, das war natürlich ein Ziel.

00:16:42: Auch da bin ich recht beschenkt.

00:16:44: Es ist wirklich ... Viel Gutes passiert.

00:16:47: Und das Wichtigste, und ich glaube es gilt für alle weil das ist ja quasi jetzt dieses ganze Transthema, ist ja eines von ganz vielen Themen wo Menschen lernen okay das bin ich und ich muss dazu stehen... ...und das Wichnigste ist dass ich jetzt da bin!

00:17:01: Dass ich in diesem Leben bin, dass ich lieben kann, dass Ich meine Kunst machen kann.

00:17:07: Das ist das Allerwichtigste weil wenn du nicht in deinem Leben bist dann ist alles was Du machst nur schal und hohl.

00:17:12: Ich würde dir so gerne einen Buch empfehlen.

00:17:14: Ich habe das gerade angefangen zu lesen, das heißt sei nicht so.

00:17:19: und zwar geht es da, mir fällt gerade die Autorin nicht ein, das ist eine Satirikerin, die auch im deutschen Fernsehen bekannt ist.

00:17:29: sie hat mit ihrer Mutter psychisch krank und sie hat ein unglaublich trauriges Leben geführt viele viele Jahre lang mit einer Mutter.

00:17:39: Unberechenbar war sie, mit der sie fünftigmal mindestens umgezogen ist.

00:17:43: Die am Anfang immer nett zu Leuten waren.

00:17:45: nach zwei Wochen, die anderen Leute alle schrecklich!

00:17:47: Wir müssen hier weg und die hatten Lügen verbreitet und hat Schulden gemacht.

00:17:50: Und sie als Kind hat quasi das dieses Leben mit ihrer Mutter so mitgetragen... Hat aber sich selber dadurch verloren.

00:17:58: Also ein anderer Kontext, aber auch sie durfte nicht sein.

00:18:02: Es gibt eine Stelle in dem Buch da wird ihr das klar, dass sie nicht da ist und fällt es so wie Schuppen von den Augen.

00:18:10: Wenn ich im Café bin – der Kellner sieht mich einfach gar nicht oder ich habe einen Spanisch-Kurs gemacht und nach zwei Wochen fragt mich der spanische Lehrer Sintz zum ersten Mal da.

00:18:18: oder meine Freunde wenn ich mit meinen Freunden bin manchmal reden die über mich als in der dritten Person und also das Einwärtige hat gemerkt Sie durfte nicht sein.

00:18:28: auch Ich bin noch nicht weiter, aber sie hat so eine wahnsinnig tolle Art das zu beschreiben.

00:18:33: Und es ist manchmal tot traurig wenn man weiß was sie da als Kind oder Jugendlicher Mensch erleben musste und dann auch hat sie diese Gabe das so lustig zu erzählen einfach.

00:18:41: Man ist hin- und hergerissen.

00:18:43: so ähnlich wie bei dem Film.

00:18:43: ich weiß nicht ob ihr den kennt.

00:18:45: dieses Gefühl habt dich nur nochmal da von Roberto Benini live is beautiful.

00:18:49: kennst du den?

00:18:51: Ich hab den gesehen, da ist schon ...

00:18:53: Ausländischer Film aus dem Neunzigerjahr hat drei Oscars gewonnen.

00:18:55: Die Oscar-Verleihung war grandios weil Roberto Benini Italiener, der ist auf die Stühle gesprungen bei dem dritten Oscar und er konnte es gar nicht glauben dass dieser italienische Film in Amerika quasi so ankommt.

00:19:06: Dieses Gefühl zwischen ich könnte weinen, weil es zereist mein Herz.

00:19:10: Aber das ist

00:19:11: so lustig!

00:19:12: Das hat dieses Buch wieder in mir getriggert wie in diesem Film aber auch dieses Nichtsein dürfen und Ich kann es aber so gut beschreiben.

00:19:19: also tolles buch weil eben dieses Auch dann erst mal realisieren warum geht's?

00:19:23: Warum bin ich so?

00:19:24: Warum habe ich alles das?

00:19:25: Warum gehts mir so schlecht?

00:19:26: Warum fühle ich mich so schlimm?

00:19:28: Und ich dachte immer das ist ein Charakter zu oder dass muss leben muss so sein.

00:19:31: Es muss nicht so sein wenn man weiß warum.

00:19:34: So, jetzt ganz grundsätzlich in deinem Leben als Nikolai.

00:19:37: Jetzt in unserem Podcast, da sprichst du drüber... Du hast dich natürlich auch eine Mission aber grundsächlich in deinen aktuellen normalen Alltagsleben ist das doch kein Thema mehr oder?

00:19:48: Das ist eine gar nicht so einfache Frage!

00:19:51: Da hängt ein großes Thema dran für mich was mich auch sehr bewegt weil es oft, also ich gehöre jetzt zu den Transpersonen die ein binäres Passing das haben.

00:20:00: Das heißt Ich sehe so aus wie Menschen sich Männer vorstellen und das heißt ich könnte jetzt sagen Es ist kein Thema mehr und könnte einfach als Mann So durch die Welt gehen.

00:20:12: Da gibt es für mich zwei Dinge, weil erstens ist es immer ein Thema.

00:20:16: Weil ich merke das immer und überall allein dadurch dass ich merken, dass sich als Mann so unterschiedlich So anders behandelt werde als als Frau damals also als ich als frau eingelesen wurde in der gesellschaft.

00:20:26: das heißt ich habe ja zwar Ich war zwar immer ich aber die welt hat halt gedacht okay Das ist ein mädchen Und Es ist Riesenunterschied ob du als Mädchen Als frau oder als junger als man durch diese Welt gehst und das nervt mich halt und deshalb ist es für mich immer wieder ein thema.

00:20:42: Ich wünschte mir Es wäre also richtig schön wär's, wenn es kein Thema wäre und die Welt aber wüsste.

00:20:48: Es gibt Transpersonen, Menschen haben eine weibliche Sozialisation und leben jetzt als Mann... nonbinäre Person.

00:20:54: und wenn das alles kein Thema wäre, aber aktuell wäre es ja so.

00:20:58: Es ist kein Thema mehr weil's vergessen wird.

00:21:00: also ich lebe Ich bin jetzt dann schön eingeordnet in diese Welt Und ich nervt keinen damit.

00:21:05: und dann ist das thema vergessen.

00:21:07: und dass Ist nicht richtig weil ich wünsche mir dass Das thema sein kann weil dann habe ich wieder das gleiche problem Dass sich das gefühlt hab ich werde wie der unsicht war und niemand möchte unsichtbar sein.

00:21:16: und wenn quasi mir menschen sagen Ja Warum musst du es noch zum Thema machen?

00:21:21: Dann denke ich immer, weil ich immer noch ich sein will.

00:21:23: Das ist das gleiche Bedürfnis wie damals als es keiner gesehen hat und auch jetzt hätte ich das Gefühl sieht keiner.

00:21:28: Das sag' ich jetzt... Es gibt Transpersonen die wählen genau das!

00:21:34: Die sagen, dass ist genau das was ich will.

00:21:35: Ich bin Mann und ich will, dass die Gesellschaft mich auch als solchen sieht und damit bin ich glücklich und möchte nicht darüber reden was vorher war völlig legitim.

00:21:42: Ich möchte untertauchen.

00:21:43: Genau oder was heißt untertauchten?

00:21:46: der Person sein, die ich bin und das ist die Person.

00:21:48: Und für mich ist es halt anders aber ich spreche nicht für die anderen Transpersonen ne?

00:21:52: Das ist für alle sehr unterschiedlich und deshalb ist es so dass ich's weiter zum Thema mache.

00:22:01: aus diesem Grund für mich selber weil ich das Gefühl habe für mich is erst kein Thema wäre wenn ich als trans person einfach eine von vielen bin.

00:22:08: Das andere ist dass es ganz viele trans Personen gibt und trans non-binäre Personen die halt eben dieses Passing nicht haben können, was ich habe.

00:22:16: Die ist gerne hätten, die ist aber nicht haben oder die ist gar nicht wollen und ich hätte das Gefühl wenn ich mich jetzt darauf aus... Ruhe, dass ich jetzt quasi... Ich ruhe mich schon drauf aus.

00:22:28: Für mich ist es viel einfacher durch den Alltag zu gehen.

00:22:30: Ich bin nicht in Anfeindungen ausgesetzt wenn ich mich nicht selber aussetze aber es gibt halt so viele Transpersonen ganz viele gute Freundinnen von mir Menschen die ich ganz toll finde die das nicht können in dieser Gesellschaft und deshalb ist es immer noch ein Thema.

00:22:43: Es ist erst kein Thema mehr wenn auch meine Freundinnen solches Partying haben, nicht angefeindet.

00:22:51: Nicht bedroht werden.

00:22:52: Nicht in ihrer körperlichen und seelischen Verfassung massivst bedrohnt sind.

00:22:58: Dann ist es kein Thema mehr.

00:22:59: Und da sind wir lange von entfernt.

00:23:02: Ich habe ja eine Plattform als Künstler.

00:23:05: Ich möchte mich auch ausdrücken.

00:23:07: Wenn ich das jetzt beiseite lassen würde, würde ich immer nur noch den safeen Teil von mir ausdrucken.

00:23:13: Und ich hätte auch das Gefühl, dass all die anderen im Stich... Das fühlte sich nicht richtig an!

00:23:19: Wie bist du durch die Welt, wie wurdest du wahrgenommen als Frau?

00:23:23: Wo sind die Unterschiede?

00:23:24: Wie wirst Du jetzt wahrgenommen vielleicht in denselben Situationen als Mann.

00:23:28: Also ich habe immer eine Geschichte, die das sehr gut verdeutlicht.

00:23:33: Als ich schon als Mann eingelesen wurde ein Praktikum gemacht bei einem Festival und da... Nee, es war so ein Ferienjob beim Festival und ich hab das Stage Hand gemacht.

00:23:42: Das heißt die ganzen Bühnenaufbau Kabel legen, Lampen befestigen und ich konnte das gar nicht.

00:23:49: Ich kann das auch immer noch nicht, das ist einfach nicht mein Ding.

00:23:51: Und ich hatte ja auch keine Ahnung was Kabelbinder sind und... ...ich wurde gefragt, mal sind noch Kabel-Binder da?

00:23:59: Und ich dachte so scheiße, du hast ein Kabel binder!

00:24:01: Und habe so eine Schublade geguckt die voller Kabel Binder war.

00:24:03: Ich hab da reingeguckt und gesagt nö nichts mehr da.

00:24:06: und der Mann, der das ganze geleitet hat dann auch geguckt und meinte ja ihr seht es doch total voll, ich so auch so habe ich nicht gesehen.

00:24:13: Und dieses Erlebnis hätte mich komplett disqualifizieren müssen für diesen Job.

00:24:18: Also man hat einfach gesehen, der hat keine Ahnung.

00:24:21: Es waren vier Leute, zwei Männer, zwei Frauen oder drei Frauen glaube ich... Ich bin trotzdem gefragt worden wenn es um irgendwas ging.

00:24:28: Bin ich gefragt worden und nicht die Frauen, die sehr viel kompetenter waren als ich.

00:24:31: also die hatten das richtig drauf.

00:24:32: Die hatten das schon gemacht!

00:24:34: Die waren total handwerklich drauf und ich bin halt so ein geisteswissenschaftlich intellektueller Künstlertyp Kann das nicht?

00:24:42: Will das

00:24:43: nicht?".

00:24:43: Und ich bin nicht die Person, die man fragen sollte.

00:24:45: Ich hab's ja bewiesen, indem ich in diese mit Kabelbinder vollen Schublade geguckt habe und trotz... Obwohl meine Inkompetenz so sichtbar war, da hab' ich eine Frau, der ist sehr kompetent und ein Mann, der total inkompetent ist.

00:24:57: Aber trotzdem fragt er den Mann, ob er das machen

00:24:59: kann.".

00:24:59: Weil Männer und Technik, das muss passen!

00:25:01: Das muss passend.

00:25:01: Und selbst wenn du dich anstellst wie... Krass!

00:25:06: Ja.

00:25:07: Du kannst es halt nicht.

00:25:08: Und ich hab die Erfahrung gemacht dass ich ernster genommen werde.

00:25:11: Ich hab das Gefühl, man hört mich... ...ich fühle mich nicht mehr so oft ohnmächtig, weil ich das Gefühl habe, ich sag was und das wird gehört also in den meisten Räumen.

00:25:21: Es gibt auch Räume da ist es anders aber in den meisten öffentlichen Räum habe ich das gefühlt.

00:25:26: Ich bin halt aufgestiegen einfach nur dadurch, dass ich jetzt als Mann eingelesen werde.

00:25:30: meine Kompetenzen haben sich nicht geändert.

00:25:33: Hab die gleichen Eigenschaften wie vorher und ich bin aufgewertet worden.

00:25:39: Und andersrum ist es halt auch so, dass transfeminine Personen die Erfahrung machen, das sie abgewertet werden.

00:25:47: Das ist eine reale Erfahrung und die finde ich schockierend.

00:25:51: Finde ich auch!

00:25:51: Es macht mich gerade traurig.

00:25:52: Ja, mich auch.

00:25:53: Das macht mich sehr trauriger.

00:25:54: Auch wenn ich quasi profitiere davon... Aber das ist auch das was ich meinte.

00:25:58: Es ist kein Thema mehr, es ist ein Riesen-Thema.

00:26:00: Auf

00:26:00: jeden Fall.

00:26:01: Also ja, und das ist das Schubladendenken.

00:26:03: Also das ist einfach aber interessant.

00:26:07: Erklär noch einmal bitte in einfachen Worten Binär und nonbinär, du hast das gerade einmal.

00:26:12: Was ist damit man es einmal noch klar hat?

00:26:14: Ja also wir haben ja als Menschen sowieso den Hang dazu binär zu denken schwarz-weiß groß klein dick dünn.

00:26:19: Und unser Das System wie wir uns als menschen aus Einordnen ist halt auch so davon strukturiert.

00:26:27: und eben ein Beispiel ist geschlecht.

00:26:29: das heißt wir sagen es gibt Männer Es gibt Frauen und dann also erst mal schon dass Als feststellung und dann hängen wir da auch noch schön Vorstellungen dran wie die zu sein haben Also soziale vorstellungen Und das heißt, dass ist sozusagen binär.

00:26:42: Mann-Frau ist binär und es gibt Menschen wie mich die dann trans sind denen gesagt würde bei ihrer Geburt in meinem Fall Das ist ein Mädchen und die dann merken ne ich bin trans Ich bin jenseits von dieser Zuweisung Ich bin ein mann und ich habe quasi gewechselt aber immer noch binär.

00:27:00: Ich bin jetzt ein Mann, deshalb bin ich so binär dran.

00:27:03: Und dann gibt es aber ganz viele Menschen die sich aus unterschiedlichen Gründen weder Mann noch Frau fühlen, die das Gefühl haben... ...ich pass hier in diese Kategorien einfach nicht rein!

00:27:13: Ich bin irgendwo dazwischen oder ich bin außerhalb dessen und ich glaube dass es sehr viel mehr Menschen gibt die das so fühlen und es ist sehr viele Menschen gibt sie sich trotzdem einordnen weil's einfacher ist, weil man dazu gehören möchte und deshalb ziehe ich echt den Hut vor allen nonbinären Menschen die sagen gehören nicht in diese binäre, in dieser oppositionelle Kategorie und da ziehe ich echt den Hut vor.

00:27:36: Das muss man auch meiner Sicht sehr mutig sein.

00:27:38: das haben mir vor dreißig Jahren auch Leute gesagt du bist mutig.

00:27:41: Ich habe immer gesagt es ist eher Verzweiflung und genau dieses non-binären Person und das kann alles oder alles sein.

00:27:51: Da gibt's sehr viele unterschiedliche Lebensweisen und die Personen, die das öffentlich auch ... Die haben meistens keine Chance es nicht öffentlich zu machen.

00:28:01: Weil sie eben nicht reinpassen.

00:28:03: und wer nicht reinpasst fällt auf!

00:28:05: Und aus meiner Sicht, wenn ich das jetzt so beobachte... Das ist zum Beispiel etwas was es damals als ich meine Transition hatte, als Gedanken noch nicht formuliert gab.

00:28:15: Natürlich gab's diese Menschen, aber es gab das Wort noch nicht.

00:28:18: Und das ist ein sehr harter Weg.

00:28:22: Total.

00:28:23: Ich habe noch eine Verständnisfrage, weil sie mir gerade aufploppt und sie seit ungefähr zwei Wochen in meinem Kopf ist.

00:28:28: In Wuppertal gibt es diesen Club Open Ground.

00:28:30: Warst du da schon mal?

00:28:31: Ich kenne den.

00:28:31: ich war noch nicht da!

00:28:32: Meine Freundin hat mich mitgenommen und der ist sehr besonders.

00:28:36: also man bekommt so eine Einweisung genannt Man muss das Handy abkleben.

00:28:42: Es wird gesagt es ist ja wichtig man legt sehr wert auf respektvollen Umgang miteinander.

00:28:45: wenn man sich unwohl fühlt soll man die Personal ansprechen.

00:28:48: Und uns wurde gesagt, dass wir nicht zu zweit auf die Toilette gehen sollen.

00:28:52: Es gäbe für Männer eine Toiletta und es gäbe eine Flinta-Toilette.

00:28:56: Hab ich noch nie gesehen!

00:28:57: Ich versuche kurz mich zu erinnern... Also, Flinta stand auch drauf auf den Toiletten für Feminine, Lesbien, Intersex, Non-Binary ... und Aasex oder so was?

00:29:10: Agenda

00:29:11: ja.

00:29:11: Oder Agenda.

00:29:13: Kannst du mir helfen, was diese Begriffe sind?

00:29:15: Als Agenda bezeichnen sich Leute, sich keinem Geschlecht zugehörig gefühlen.

00:29:21: Das heißt, wir haben ja eben von Binaire gesprochen und das sind die Leute, die sagen Jo ich bin ein Mann, Jo ich meine Frau klappt alles.

00:29:26: Dann von denen, die trans sind, die sagten, ihr sagt zwar ich bin eine Frau aber ich bin einen Mann oder umgekehrt.

00:29:32: Die, die non-Binaire sind, sie sagen Ich fühle mich... irgendwo dazwischen oder vielleicht außerhalb und ich würde jetzt sagen, also ich bin da auch keine Experte weil ich selber das... Also ich spreche jetzt quasi für eine Gruppe die eigentlich lieber für sich selbst sprechen sollte aber ich versuche es mal so gut wie möglich wie ich das verstehe auszudrücken.

00:29:48: Das heißt wenn man sich keinem Geschlecht zuordnet dann stelle ich mir das so vor dass es eben so ist.

00:29:55: Ich fühle mich in diesem ganzen System nicht zu Hause.

00:29:57: Das heißt, ich kann mit dem Begriff nichts anfangen und bin jenseits auch von nonbinär oder vielleicht ist es eine Form von Nonbinarität.

00:30:06: Da sind wahrscheinlich die Menschen, die sich so bezeichnen nach unterschiedlicher Meinung.

00:30:10: ob das dazugehört oder nicht grundsätzlich die einfache Variante ist.

00:30:14: Ich fühl mich keinem Geschlecht zugehörig.

00:30:18: Für mich war das ein absolutes Novum an dieser Clubbesuch, aber auch flinter zu lesen.

00:30:23: Hast du es schon mal gehört?

00:30:25: Ja also ich habe es gehört.

00:30:26: als es aufkam hab ich gedacht oh das ist doch cool!

00:30:29: Es ist ein Begriff der sehr umstritten ist mittlerweile und das hat viel mit Zugehörigkeit zu tun und das gilt vor allen Dingen für das Tee darin für das Tranz.

00:30:42: Ich spreche jetzt einfach mal von mir, weil ich nicht diesen Riesen-Pott aufmachen möchte mit unterschiedlichen Empfindungen die an diesem Begriff hängen.

00:30:49: Also grundsätzlich würde ich sagen ist das ein Begriff der erstmal erfunden wurde um irgendwie sowas inklusives zu haben und einen Safer Space zu machen.

00:30:56: Und für mich persönlich ist es so ein bisschen nach hinten losgegangen Weil in dem T steht für Trance mich aber nie so, ich weiß nie so richtig.

00:31:07: Ich bin nicht als transmaskuline Person da mit gemeint vor allen Dingen als trans-maskulinene personen mit so einem Binären aussehen wie ich das habe.

00:31:16: Das heißt wenn ich auf so eine Veranstaltung gehe dann hab' ich immer das Gefühl, ich möchte dein Schild hochhalten und ich bin trans!

00:31:21: Auf welche

00:31:22: Toilette wärst du?

00:31:25: Ich bin bis jetzt... öfters auf die Flinta Toilette gegangen und habe mich da aber nie so richtig wohl gefühlt.

00:31:32: Und ich glaube im Moment würde ich auf die Herrentoilette gehen, Toiletten ist übrigens sowieso ein Riesenthema für trans-nonbinäre Personen.

00:31:40: Das können sich Menschen mit diesem Thema nicht so viel in ihrem Leben zu tun haben gar nicht vorstellen.

00:31:47: Ich denke wir müssen noch so ein bisschen rumprobieren was gut ist und daran das ist halt auch nicht getan indem ich jetzt irgendwie einen Begriff finde, sondern da mit einhergehen müssen ja gesellschaftliche Veränderungen, müssen Anstrengung einher gehen.

00:32:02: Wie können wir das wirklich machen?

00:32:03: dass wir uns sicher fühlen?

00:32:05: Alle Personen und das ist super schwierig!

00:32:08: Und es ist einen Versuch der für manche glaube ich gut funktioniert und für viele auch.

00:32:15: wenn ich jetzt also besonders an meine Trans Freundin denke Da sind wir uns eigentlich, dass der Begriff für uns schwierig ist.

00:32:22: Auch für transfeminine Personen die auch sagen, boah ich weiß nie ob ich so richtig da willkommen bin.

00:32:28: Wäre eine... wie ist es gar nicht so gerade den Begriff?

00:32:31: Wie sonst ist Toilette für alle?

00:32:34: quasi wäre das einfacher.

00:32:36: also gibt's ja noch mal so einen besseren Begriff.

00:32:38: All gender!

00:32:39: Es gibt ne all-gender Toiletten.

00:32:42: Ich hab' das Gefühl Das ist wieder so was, wo wir sagen würden es wäre schön wenn's so wäre.

00:32:49: Wenn das die Lösung wäre.

00:32:51: Ich glaube aber dass wir da aktuelle Bedürfnisse noch übersehen und dass wir Menschen in Situationen bringen wo sie sich unsicher fühlen.

00:32:59: Und das ist ja gerade sowieso eine Riesendebatte weil auch in den USA und der UK Es teilweise eben für mich also das verbot gibt quasi ich müsste auf die Darmentoilette gehen ... in Teilen der USA und auch in England ist das so, dass quasi du auf die Toilette gehen musst.

00:33:22: Dessen... also des Geschlechts was dir bei Gewurz zugeworfen

00:33:27: hat.

00:33:28: Aber wer kann das denn überprüfen?

00:33:29: Ja und da sind wir wieder dabei, dass ich da immer noch mit einem mulmigen Gefühl aber sehr sicher reingehen könnte.

00:33:35: Aber Menschen die so ein Passing nicht haben wie ich also die quasi für Mainstream Augen nicht eindeutlich männlich oder weiblich sind, für die ist das ein Risiko, ein großes Risiko und besonders für Transfrauen.

00:33:45: einen Risiko gerade für vielleicht trans Frauen die erst in dem höheren Alter die Transition... die Transiction gemacht haben?

00:33:52: Die Transition weil die oft eben nicht als Frauen akzeptiert werden.

00:34:00: Verstehe,

00:34:01: krass!

00:34:01: Obwohl sie sind.

00:34:02: Mein Gott so eine so ein banale Sache aufs Klo gehen, dass das so ein zentrales Problem

00:34:08: ist?

00:34:08: Also es ist tatsächlich eines was mich als Transperson von Anfang an beschäftigt hat.

00:34:13: ich habe am Anfang früher wo ich quasi noch zwischen den Stühlen saß wenn ich weggegangen bin Ich hab mich an einem Getränk fest gehalten weil ich auf gar keinen Fall auf die Toilette gehen wollte und hatte auch Situationen.

00:34:23: Viele Double-Takes, viele Situationen, Leute reinkommen mich sehen wieder rausgehen wo Leute mir sagen du bist aber hier falsch.

00:34:29: Und das ist zum Beispiel was ich einen nun mitgeben kann.

00:34:32: wenn ihr eine Person auf der Toilette sieht sagt denen nicht dass sie falsch sind.

00:34:34: die wissen schon in welche In welche Toiletten Sie rein gehen.

00:34:38: Kommen wir noch mal zurück auf die weiß ich nicht.

00:34:44: dritte vierte Frage vorher oder das Thema den Faden Für dich es wichtig weiter darüber zu sprechen aufzuklären das zum Thema auch zu machen.

00:34:55: Wie würdest du sagen, hat sich die Gesellschaft geöffnet für das Thema?

00:35:03: Hat sie sich geöffnete und schließt sich gerade wieder?

00:35:05: wie erlebst du die gesellschaftliche Akzeptanzwahrnehmung dieses großen Themas Transgender?

00:35:12: Sowohl als auch würde ich sagen es gibt zwei sehr unterschiedliche Gefühle.

00:35:17: aktuell dazu grundsätzlich Wenn ich junge transnonbinäre, queere Personen sehe dann freue ich mich oft weil ich sehe dass die andere Möglichkeiten haben als die die mir zur Verfügung standen damals.

00:35:28: Andere Räume das sie selber räume gestalten.

00:35:31: Das liegt natürlich auch sehr an Social Media das sie sich vernetzen können, dass es Informationen gibt.

00:35:35: Es gibt einfach ganz viele wunderbare Projekte wo Menschen ehrenamtlich sich einsetzen und ganz viel Zeit Geld und Energie investieren Und da hat sich viel geändert ist eine ganz andere Landschaft.

00:35:47: Gleichzeitig ist es das erste Mal in meinem Leben, dass ich das merke seit drei vier Jahren.

00:35:55: Es geht aber natürlich schon länger.

00:35:57: wenn ich das jetzt seit drei-vier jahren merke dann ist das schon länger im gange.

00:36:01: Das ist richtig wie der rückwärts geht.

00:36:06: mehr Angst, die Gewalt an queeren Personen hat sich vervielfacht im letzten Jahr.

00:36:13: Es gibt diese ganzen Gesetze jetzt in anderen Ländern.

00:36:16: aber auch mit so einer Partei wie der AfD, die immer stärker wird sieht das bei uns nicht viel besser aus für trans- und queere Personen.

00:36:23: es werden Fördergelder gestrichen.

00:36:27: Ich hatte das Gespräch auf dem CSD in Dessau in Sachsen-Anhalt wo die AfD ja jetzt im Landtag höchstwahrscheinlich die stärkste Partei wird wo es keine Gegendemo gab, was mich gewundert hat.

00:36:38: Wo der Veranstalter des CSD sagte ja das liegt daran dass die gerade die Füße still halten weil sie diese Wahl gewinnen wollen und dann geht's richtig los.

00:36:46: Das heißt im Moment macht da gar keiner irgendwie einen Aufruhr.

00:36:49: wir hatten ein richtig schönes CSD Der war aber sehr klein und er hat halt auch gesagt Ja das liegt darin das ganz viele Eltern und Jugendlichen anrufen und sagen getrauen uns nicht zu kommen Und dass das jetzt sozusagen bei diesen Veranstaltungen ankommt.

00:37:03: Das macht mich wahnsinnig traurig, weil die CSDs eine Veranstaltung sind wo Menschen sich zeigen.

00:37:08: Wo sie da sind... wo sie feiern, wo sie erinnern an Zustände, die wir quasi dachten überwunden zu haben.

00:37:17: Wo wir uns klar ist, die haben wir natürlich noch nicht überwundene aber es wurde für mich gefühlt immer besser und ich drehte ja auch auf CSD's auf Und die letzten waren so dass ich tatsächlich

00:37:29: auch

00:37:29: Angst hatte, weil ich auch auf CSD war, wo es gegen Demonstrationen gab und wo ich dachte okay... Ich bin ganz offen mit meiner Geschichte.

00:37:41: Man sieht mich da auf der Bühne, wo ich denke ok ich gehe jetzt vielleicht nicht alleine zum Bahnhof sondern ich gehe mit anderen Personen.

00:37:46: Und dieses Gefühl haben viele von meinen Trans- und nonbinären und queeren Freundinnen Und das finde ich mega erschreckend.

00:37:54: und es ist leider so, dass in der Öffentlichkeit viele Stimmen das pushen aktuell.

00:38:02: Auch was unsere Regierung betrifft habe ich nicht das Gefühl, dass das eine Regierung ist die meine Rechte schützt.

00:38:07: Es geht halt nicht darum, dass sich eine Party machen möchte sondern es geht darum ,dass ich leben kann, dass ich existieren kann und dass ich nicht gefährdet bin.

00:38:15: Das ist aktuell für viele nicht der Fall!

00:38:19: Womit, kannst du sagen womit das anfing?

00:38:21: Warum ist also hat es einfach kann man sagen parallel mit den immer mehr rechtsextremeren super ultra konservativen Strömungen zu tun.

00:38:28: Ist das quasi die Veränderung langsamer veränderung des politischen Bildes?

00:38:33: hat dass auch damit zu tun Dass es auf die gesellschaft hat das mit corona zu tun?

00:38:36: womit hat das zu tun?

00:38:38: ja Also ich glaube um diese frage beantworten zu können müsste ich irgendwie mehrere jahre Studierter haben und lauter fächer die ich nicht studiert habe.

00:38:45: Ich frag mich dass selber ich weiß es nicht Ich finde, für mich bleibt halt das ich es nicht verstehen kann.

00:38:53: Das macht mich wahnsinnig traurig!

00:38:55: Ich verstehe diese Gewalt nicht, ich verstehe den Hass nicht... Also der einzige Mechanismus, den ich halt kenne als Metamechanismus ist mir geht's irgendwie scheiße und ich brauche jetzt jemanden der Schuld ist.

00:39:09: Und da sind halt einfach queere Personen Migrationen, das sind so die Themen.

00:39:17: Die lassen sich halt vielleicht herhalten.

00:39:19: Das sind immer schön die Personen, die sich nicht wehren können und man sucht sich ja nicht die aus, die in der Macht sind sondern man suchts sich die aus die Ohnmächtig sind weil einem das die Befriedigung gibt dass ich noch was... tun kann.

00:39:33: Und es ist halt schön, wenn die der Sündenbox und denn die Schuld sind.

00:39:36: Das ist glaube ich der grundlegende Mechanismus den ich dem zugrunde legen würde.

00:39:40: und was jetzt da politisch-sozial noch an Mechanismen funktioniert, sehe ich mich quasi

00:39:45: überfragt.".

00:39:47: Was könnte man machen um diese Entwicklungen wieder in die richtige Bahn zu bringen oder stoppen aufzuhalten?

00:39:54: Natürlich auch eine große Frage!

00:39:56: Die Menschen glaube ich unterschiedlich beantworten.

00:39:59: Ich würde mal sagen, einmal natürlich politisch wählen gehen die richtigen Parteien wählen demokratische Parteien Wählen ist das eine Wenn man das kann sich auch politisch engagieren das können wir natürlich nicht.

00:40:11: viele oder Nicht alle.

00:40:13: es wird ja auch immer schwieriger für Politiker innen dass weil sie sind auch bedroht an Leib und Leben.

00:40:21: Eine Form ist natürlich laut sein.

00:40:23: Das kann man auf verschiedene Weise.

00:40:24: Es gibt die Möglichkeit zu demonstrieren eben für manche genau die richtige Möglichkeit, für andere nicht.

00:40:30: Ich zum Beispiel bin immer sehr überfordert bei Demonstrationen weil mich das sehr stresst.

00:40:35: Für Menschen die eine Plattform haben so wie ich KünstlerInnen zum Beispiel diese Plattform zu nutzen und darüber zu sprechen so wie wir das jetzt tun sich auszutauschen, nahbar zu sein und ansonsten auch Zivil-Courage.

00:40:53: Das heißt, wenn jemand einen sexistischen Witz macht in der Kneipe nicht drüber hinwegzulachen sondern dagegen zu sprechen?

00:41:00: Wenn ich merke dass jemand in einem Unternehmen Schlechtere Chancen hat weil die Person sich auf einmal als trans geoutet hat so sagen Ich mach das nicht mit.

00:41:08: also für ich würde mal sagen es gibt immer so die Menschen Die selber betroffen sind die was machen können.

00:41:13: aber für dies ist sehr schwer Weil die haben ja damit zu kämpfen mit der angst mit der wut.

00:41:18: das heißt wenn man das Gefühl hat, ich bin ein Ally und ich habe Ressourcen.

00:41:22: Dann nutzt diese Ressorzen!

00:41:24: Und ganz jetzt am Ende genannt aber extrem wichtig sind Finanzen weil eine Möglichkeit diese Gruppen zum Schweigen zu bringen ist denen einfach keine Gelder mehr zu geben.

00:41:33: Weil irgendwann haben diese Menschen auch keine Kraft mehr.

00:41:36: da ist der ehrenamtliche Engagement ausgeschöpft und so kann man die einfach richtig schön ausbluten und verrecken lassen.

00:41:44: Ja, das ist die... ich sag mal eleganteste Möglichkeit.

00:41:46: Genau!

00:41:47: Muss man gar nicht viel aktiv machen.

00:41:49: Genau und es passiert halt tatsächlich

00:41:50: auch?

00:41:51: Ja, stimmt.

00:41:52: Kommen wir nochmal auf die Elternrolle bei diesem Thema zurück.

00:41:57: Jetzt haben sich wie Eltern heutzutage sind Die Weltbilder haben sich natürlich geändert als wir Kinder waren.

00:42:05: Aber grundsätzlich was würdest du Eltern raten wenn sie merken Wenn Sie vielleicht schon die Achtsamkeit haben und merken mein Kind ist nicht glücklich, findet vielleicht aber auch noch nicht die richtigen Worte.

00:42:17: Wie können Eltern ihre Kinder unterstützen?

00:42:21: Also jetzt wenn das Kind quasi sich noch nicht traut, sich zu äußern dann würde ich halt sagen also was mir gut getan hat, was mir auch immer gut tut mit allen Themen wo ich das Gefühl habe ich trau mich nicht drüber zu sprechen ist dass ich Zeit bekomme und Trotzdem oder was in dieser zeit das gefühl habe da ist eine personen die ist für mich da und die ist dann eben auch für mich darin dem sie mich nicht bedrängt so ent indem Sie aufmerksam zuhört.

00:42:50: also wenn ich so ein kind hätte ruhig das gefühlt es ist irgendwie dann würde ich Aufmerksamzuhören und soweit ich irgendwie irgendwas höre würde ich nachfragen und wenn das Kind nichts erzählen wird würde ich sagen okay falls irgendwann lustig darüber zu sprechen Ich bin hier Und wenn das kind drüber spricht und quasi so ein Coming-out hat.

00:43:09: Dann finde ich es immer die Gratwanderung, die auch selber hatte bei den Kindern, die sich mir gegenüber geoutet haben sozusagen nicht dramatisch zu reagieren sondern auch so ja das ist eine Information mehr, die ich jetzt über dich habe Und gleichzeitig aber nicht zu vergessen dass selbst wenn das für mich kein Problem ist Selbst wenn ich dem Kind sage gut dann bist du halt desbest, dann bist Du halt dran, ist alles okay Nicht zu vergessen, dass es nicht okay ist in dieser Gesellschaft und diesem Kind quasi.

00:43:38: Das ist die Gratwanderung, die man hinkriegen muss den kind die Sicherheit und Bestätigung zu geben Dass das in Ordnung ist ohne wegzuwischen dass Es mit diesem coming out in dieser gesellschaft einen harten Weg hat und das quasi dass Die not die dieses kind hat Zu sehen auch wenn ich sage ja ist doch kein problem niemals sagen Ist doch kein Problem weil es ist Wenn es in der Familie hoffentlich kein Problem ist, weil das Kind geliebt wird.

00:44:05: Es ist trotzdem in dieser Gesellschaft ein Problem und es ist ein Riesending mit dem das Kind klarkommen muss.

00:44:11: Und dieses Gleichgewicht hinzubekommen wäre mir persönlich sehr wichtig.

00:44:15: Wie könnte man dann unterstützen?

00:44:17: Also würdest du sagen wenn es in die Familie geklärt ist und kein Ding ist Sportverein Schule Uni etc.

00:44:27: Wie kann man fit für die Gesellschaft, sag ich mal werden?

00:44:30: Wo kann man sich Hilfe holen oder wie kann man... Was sollte man dringend sprechen damit das geklärt ist oder auch wichtig ist, damit das Kind das weiß?

00:44:36: Ja also was ... Das ist natürlich mega schwierig.

00:44:39: Ich stelle mir halt als... Oder auch die Gespräche, die ich hatte mit Eltern.

00:44:41: Manchmal kommen Eltern auf mich zu und fragen mich wenn sie merken ihr Kind könnte eventuell dran.

00:44:46: zusammen bin ja queer sein Weil ich verstehe die Angst der Eltern, wenn sie zum Beispiel ein Kind haben als jung eingelesenes Kind.

00:44:54: Das sagt, ich möchte jetzt einen Kleid in die Grundschule anziehen und wo sie denken, boah!

00:44:57: Du kannst das hier zu Hause machen aber nicht in der Schule weil ich weiß du wirst gehänselt.

00:45:01: Aus meiner Perspektive ist dass das Schlimmste was man machen kann, weil ich diesen Kind sage... Ich sag dem Kind einmal du bist okay, du kannst es hier machen, aber ich sage ihm auch du bist nicht ok, weil draußen darfst du's nicht tun.

00:45:12: Und ich versteh' dass aus dem Wunsch ist das Kind zu beschützen.

00:45:15: Aber das können wir eh nicht.

00:45:16: Also auf jeden Fall nicht auf diese Art.

00:45:18: Das Schlimmste, was in das Kind lernt... Ich bin okay.

00:45:22: Aber ich bin nicht okay!

00:45:23: Ich muss mich verstecken und aus meiner Sicht ist es das Schlimmmste, dass man im Kind antun kann.

00:45:28: D.h.,

00:45:28: die Herausforderung ist für mich, das Kind mit dem Kleid in die Grundschule gehen zu lassen aber auch da nicht zu sagen ja ok mal gucken was passiert sondern ich habe eine Bekannte, die hat mir erzählt ihr Sohn wollte mit einem Kleid an die Kita gehen und dann hat sie gedacht ja ziehst du das Kleid ein ist aber mit einer extra Kleidungsausrüstung, also mit ner Hose und nem Pulli zu der Erzieherin gegangen hat gesagt so.

00:45:53: Der Junge hat jetzt das Kleid an.

00:45:55: hier sind Ersatzsachen falls er sich anders überlegt Und wenn es irgendein Problem gibt dann gehe ich davon aus dass sie das gut händeln Dass Sie sich darum kümmern und das ist der Punkt den finde ich wahnsinnig wichtig.

00:46:05: Also erstens zwei Sachen finde ich darin wichtig Erstens dem Kind dieses Kind nicht in eine Auswechslussituation reinlaufen zu lassen die es vorher noch nicht einschätzen kann.

00:46:15: Zweitens

00:46:17: Schutz

00:46:17: dafür zu sorgen, dass es Schutz hat und zwar von denen, die dafür verantwortlich sind.

00:46:21: Die Erzieherin ist ja dafür da!

00:46:23: Und man kann aber nicht davon ausgehen, dass die Erziehrin das checkt, dass sie das macht, dass Sie das weiß.

00:46:28: und deshalb gilt es für mich als Elternteil das sicherzustellen und zu informieren auch wirklich zu sagen und wenn sich's nicht tun dann gibt es Konsequenzen, weil das ist ihre Aufgabe.

00:46:37: Sie müssen...sie sind dafür verantwortet, diesen Kindern hier gut geht und das gilt auch für queere Kinder.

00:46:45: Damit mache ich dem Kind auch klar, das ist keine Sache die persönlich zwischen uns ist.

00:46:50: Das ist nicht deine Verantwortung sondern die Gesellschaft hat eine Verantwortung dich zu schützen und wenn dich jemand angreift dann hast du nicht versagt sondern die Gesellschaft die den Auftrag hat dich zu Schützen dir hat versagt Und das kenne ich selber als... Transpersonen, ich kenne das zum Beispiel in Kontexten wo ich mit Kindern zu tun habe.

00:47:07: Ich mache ja auch so Core Workshops und Gesangsworkshops mit Kindern Und es kommt vor dass Eltern ihren Kindern verbieten in einen Workshop mit mir zu gehen weil nicht trans bin.

00:47:16: In der Schule wo das passiert ist die haben sich dann dafür entschieden weil das freiwillige Angebote sind.

00:47:20: sie sagen okay dann halt nicht.

00:47:21: Es gibt genug Leute die Interesse haben.

00:47:23: Das hinterlässt mich aber mit dem Gefühl... ...es ist halt so ein persönliches Problem Und es ist in dem Fall okay, weil's nur ein Workshop.

00:47:32: Aber wenn ich Lehrer an der Schule wäre und die Schulen sagen würden ja, wenn ihre Kinder nicht zu Herrn Burchards wollen dann gehen sie halt in eine andere Klasse Dann hieße das dass Ich Nicht Richtig Bin Dass ich nicht mit Kindern also dass ich falsch bin.

00:47:44: Das heißt ich brauche Eine gesetzliche rechtliche Unterstützung von den Institutionen und dann Wäre das keine Option gewesen für diese schule Zu Sagen Ja Dann Halt nicht.

00:47:53: und das ist das was ich meine zu wissen.

00:47:57: Es gibt Menschen, die sich darum kümmern.

00:47:58: Es gibt Gesetze und die Gesetzen müssen auch in Kraft gebraucht werden.

00:48:06: Und sie müssen teilweise auch noch umgeändert werden.

00:48:09: aber es gibt Gesetzen zu meinem Schutz.

00:48:12: Und es geht eigentlich nicht einfach nicht, dass man sagen darf, Herr Borch jetzt darf diese Kinder nicht unterrichten weil er trans ist.

00:48:21: Das kann man nicht bei den Einzelnen, also bei mir als einzelner Person lassen.

00:48:24: Das ist halt dein Problem und du musst jetzt

00:48:26: klarkommen.".

00:48:27: Also das heißt diese gesellschaftlichen Aspekt mit reinzunehmen?

00:48:30: Das ist wichtig für die Kinder auch weil sonst haben sie immer das Gefühl ich bin das Problem und ich bin verantwortlich das zu lösen!

00:48:37: Das ist für Eltern.

00:48:38: wenn wir jetzt nochmal zum Schluss kurz auf dieser Ebene bleiben... Auch es sind zwei Ebenen einmal die Herzens-Ebene und hoffentlich Beziehungsebene zu sagen kein Problem, also für uns kein Problem.

00:48:51: Aber damit ist es lange nicht getan.

00:48:53: Noch lange nicht, das ist schon mal toll im Innenverhältnis.

00:48:56: aber für das weitere Leben und alles was noch kommt, den Kontakt mit verschiedenen Menschen in Institutionen muss man sich wappnen.

00:49:04: so lese ich das heraus.

00:49:05: Und da ist es auch besser nicht blind rein zu gehen sondern auch zu

00:49:08: gucken

00:49:09: Was habe ich für Rechte?

00:49:10: Was kann passieren dass man sich da ein bisschen auch innerlich schon mal auseinandersetzt oder

00:49:15: inhaltlich auseinandersetzt und vor allen Dingen die Stärke hat wirklich zu sagen okay das ist der, dass es mein Auftrag für meinen Kind.

00:49:21: Das ist den Schutz den ich diesen Kind dieses Kind gebe dem ich diesem Kind gebe und gleichzeitig eben halt auch Vertrauen in das Kind.

00:49:32: also ich möchte ja dass das Kind wächst und stark wird Und das Problem ist ja nicht nur bei diesem Thema sondern immer wenn man weiß Ich schicke jetzt meinen kind los und Es wird Erfahrungen machen die wehtun.

00:49:43: aber Es ist glaube ich besser zu sagen, du wirst Erfahrung machen die wehtun.

00:49:47: Aber hier kriegst Du die Unterstützung und ich empower Dich damit umzugehen Und ich beschütze Dich nicht die ganze Zeit damit Du diese Erfahrungen nicht machst.

00:49:55: Sondern Ich bin da für Dich in diesen Erfahrungen.

00:49:58: Wir gehen da zusammen durch und es gibt andere Erwachsene Die mit Dir da zusammendurchgehen.

00:50:02: Das wäre das was ich mir wünschen würde und es würde mir... Ich bin froh dass ich keine Kinder habe.

00:50:08: Das würde mir in allen Fällen wehtun, weil ich immer denke, ich will es beschützen.

00:50:11: Ich will nicht, dass das Blöd angespuckt wird und geschlagen wird.

00:50:16: Und zu wissen ... wenn ich ihm diese Erfahrung erspare, dann hab ich hinterher ein unsicheres Geschöpf da, was in dieser Welt nicht existieren kann, weil es denkt, es hat keinen Platz, es darf nicht sichtbar sein.

00:50:32: Und das ist keine gute Alternative, finde ich.

00:50:35: Nein, vor allem wenn man sich selber sein möchte, also man selbst sein möchte und ein glücklicher selbstbewusster Mensch auch werden möchte.

00:50:46: Das ist ein interessanter Punkt über den habe ich so noch nie nachgedacht.

00:50:49: Ich dachte immer mit dem unsere Arme sind offen es ist gar kein Thema wäre es erledigt aber es ist noch lange nicht so.

00:50:56: Es wäre schön wenn die Gesellschaft einfach kein Problem quasi damit hätte, aber in den Zeiten leben wir gerade nicht.

00:51:04: Und das ist wie gesagt auch so dass wenn ich das nicht verbinde mit einem strukturellen Support von diesem Kind und also mit einer Kontextualisierung in der Gesellschaft dann lernt dieses Kind halt nur ja... Es gibt hier so ein Space, da ist alles okay.

00:51:18: Aber grundsätzlich bin ich irgendwie doch nicht okay, weil meine Eltern mir sagen du darfst hier so sein aber draußen nicht so sein und das ist eine sehr schlimme Botschaft.

00:51:25: Das ist halt auch so ein bisschen so eine Doppelbein-Botschaft und die sind ja wie wir wissen alle schlimmsten, die man geben kann.

00:51:31: Stimmt!

00:51:31: Da habe ich tatsächlich auch noch nicht so drüber nachgedacht.

00:51:34: Ist absolut ein wichtiger und neuer Punkt.

00:51:37: Ich wünsche mir sehr dass wir wenn wir nochmal einen fünf Jahren Podcast machen je nachdem was dann in Deutschland passiert ist würde ich mir wünschen, dass das alles easy ist und die Gesetze da sind.

00:51:47: Und wir haben ein respektvolles Miteinander.

00:51:50: Ja, selbst wenn die Gesetzen da sind, braucht es immer noch Menschen von denen wissen und sich trauen, sie auch in Anspruch zu nehmen und einzufordern?

00:51:59: Ja!

00:52:00: Und ich... Nikola, wir reden uns einfach nochmal in fünf Jahren.

00:52:04: Super,

00:52:04: ich bin gespannt wie's dann ist.

00:52:06: Ich auch, das werden definitiv fünf Jahre Spanne.

00:52:08: Nächsten zwei, drei Jahre sind ja schon spannend.

00:52:09: Mal gucken.

00:52:10: Erst mal lieben Dank.

00:52:12: Dass du deine Geschichte geteilt hast und dass es dir nicht leichtmacht in Anführungsstrichen.

00:52:18: Und sagst, komm.

00:52:18: jetzt kann ich doch einfach... Mein Traum ist jetzt mein Hakengrüne Haken ist gesetzt.

00:52:23: Ich habe das erreicht.

00:52:24: für mich, dass das so nicht ist Das finde ich sehr bemerkenswert!

00:52:27: Und ich freue mich aber für dich, dass du deine Träume doch gelebt hast.

00:52:30: Also wie schön, dass der Bogen sich da zumindest dann zu einem Kreis geschlossen hat.

00:52:35: Vielen lieben Dank.

00:52:37: Ja, ich danke dir sehr, dass ihr hier sein konntet.

00:52:38: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht dieses Interview und ich freue mich auf das nächste in fünf Jahren.

00:52:42: Danke!

00:52:42: Und auch für deinen Input für Eltern weil ich glaube... Das ist wirklich nochmal ganz wichtig wenn ihr das Gefühl habt ja bei uns könnte ein Thema an unserer Familie sein oder werden?

00:52:53: Ich glaube es ist ja somit.. Das ist so das Grund Problem, sag ich mal von Eltern ihre Kinder beschützen zu wollen.

00:53:03: Aber dazu gehört schon am Anfang nicht auf den Baum klettern lassen, nicht auf die Mauer klettern lassen mit einem weils nicht komischen Outfit in die Schule zu lassen das sind ja so schon die kleinen Hörden dass das natürlich unser Wunsch als Eltern ist.

00:53:17: aber es nicht immer ist auch der einfache Weg, sondern die Kinder müssen selber klarkommen mit Problemen.

00:53:24: Auch mit Herausforderungen.

00:53:26: und ich glaube gerade in diesem Kontext es ist super wichtig dass man sich mir hilft immer so also ganz viel mit Leuten sprechen lesen Erfahrungen sammeln Und sich so inhaltlich schon mal damit beschäftigen.

00:53:36: und ich glaub das ist hier nochmal ganz ganz wichtig weil das hatte ich so tatsächlich noch nicht auf dem Schirm.

00:53:40: Ich hätte gedacht wirklich

00:53:41: Weil

00:53:41: natürlich ist das auch ein es ist fürchterlich wenn dann die Familie sagt Das verstehen wir nicht du bist nicht mehr Teil unserer Familie.

00:53:48: Ich hätte aber gedacht, mit den offenen Armen ist der Drops gelutscht.

00:53:52: Das isst er nicht einfach weil die Zeiten gerade so sind und ich glaube da ... Ich werde euch noch mal ein paar Punkte in die Show Notes packen.

00:54:00: Da gucken wir gleich nochmal was an welche Stellen man sich vielleicht wenden kann auch als Eltern und sich schlau machen kann damit man ein gutes Umfeld schafft damit man stark sein kann.

00:54:10: Auch Infos natürlich zu Nicolai findet ihr in den Shownotes, euch erstmal auch vielen Dank fürs Zuhören!

00:54:15: Ich hoffe Ihr habt ein paar gute Gedanken mitnehmen können und gute Anstöße.

00:54:19: Und wenn ihr diese Podcast-Folge gut findet, dann empfiehlt sie doch gerne weiter oder hinterlasst einen netten Kommentar oder ein paar Sternen.

00:54:26: Da freuen wir uns drüber!

00:54:28: Ich freue mich auch, wenn ihr Themenvorschläge habt und vielleicht eure Geschichte erzählen wollt, dann meldet euch einfach über Insta oder meine Homepage www.nicoilnetz.de.

00:54:37: Jetzt erstmal vielen Dank fürs Zuhören und bitte niemals vergessen – Ihr Eltern aber vor allem ihr Mamas, ihr seid die wahren Superheldenin, vergesst das nicht.

00:54:45: Tschüss!

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